2010 waren weltweit 925 Millionen Menschen unterernährt – das sind mehr als vor 40 Jahren. Vor dem Hintergrund der dramatischen Ernährungskrise in Ostafrika kommt dem „World Disasters Report“ 2011 des Roten Kreuzes eine besondere Bedeutung zu.

Der über 200 Seiten umfassende Bericht zeigt eindrücklich, dass Hunger nicht einfach ein Schicksal ist, sondern von Menschen verursacht wird. Hauptgründe sind die Vernachlässigung der Landwirtschaft und der Kleinbauern - sie produzieren weltweit die Hälfte und in Afrika 90% der Nahrung. Die besten Böden werden immer mehr von Grossproduzenten für die Fleischwirtschaft und für Biotreibstoffe genutzt.

Die durch die Spekulation angeheizte Explosion der Getreidepreise trifft die ärmste Bevölkerung am härtesten. Besonders dramatisch sind die Folgen von Unterernährung für Kleinkinder. Sie werden in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung dauerhaft geschädigt.

Der mit Grafiken illustrierte Bericht zeigt anhand von konkreten Beispielen aus Äthiopien und anderen Ländern Lösungsansätze auf für eine bessere Ernährungssicherung. Dabei kommen neben Fachleuten auch Vertreterinnen und Vertreter der direkt betroffenen Landbevölkerung zu Wort.

Der Weltkatastrophenbericht der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung enthält ausführliche statistische Angaben über die Zahl und Arten von Naturkatastrophen im vergangenen Jahrzehnt sowie deren Auswirkungen. Dabei fällt auf, dass das Jahr 2010 mit 297'752 Opfern die höchste Todesrate aufweist, wobei allein das schwere Erdbeben in Haiti von Anfang Jahr und die darauffolgende Cholera 220'000 Menschenleben forderten.

Der „World Disasters Report“ existiert in seiner integralen Version nur in Englisch. Er kann auf der Website der Internationalen Föderation (www.ifrc.org) herunter geladen werden. Dort finden sich auch die Zusammenfassungen auf Französisch, Spanisch und Arabisch.

Quelle: Schweizerisches Rotes Kreuz