Wachstum zugunsten der Armen
Inhaltsverzeichnis
Prinzipien
Die Privatwirtschaft ist der Motor der ökonomischen Entwicklung. Aufgabe des Staats ist es, dafür zu sorgen, dass alle unter fairen Bedingungen am Markt teilnehmen können.
Systemische Schwächen des Markts
Dass die Armen nicht vom Markt profitieren bedeutet, dass dieser systemische Schwächen hat. Es gilt herauszufinden, warum die Armen von einem Marktsektor ausgeschlossen oder benachteiligt sind und wie ein wirtschaftliches System verändert werden muss, damit die Armen unter fairen Bedingungen daran teilhaben.
Systemwandel zugunsten der Armen
Um die Armut nachhaltig zu reduzieren, müssen die relevanten Akteure, d.h. die Armen, weitere Marktteilnehmer, Regulatoren und andere Beteiligte das Marktsystem so verändern, dass die sozial Schwachen ihr Einkommen aus eigener Kraft erhöhen können. Wichtig ist, die Ursachen anzugehen und nicht die Symptome (z.B. die Versorgung mit einem bestimmten Gut zu verbessern, statt Engpässe mit Hilfslieferungen zu kompensieren).
Barrieren beseitigen
Die Armen sind wirtschaftliche Akteure – als Konsumenten, Produzentinnen, Angestellte oder Unternehmerinnen etc. Verschiedene Barrieren verhindern jedoch, dass sie sich wirtschaftlich entfalten können. Deren wichtigste sind: der ungenügende oder fehlende Zugang zu Berufsbildung, fehlender Marktzugang und ungünstige Marktbedingungen, fehlender Zugang zu Finanzdienstleistungen sowie zu Information und Wissen. Diese Hindernisse zu überwinden ist der Kern der Privatwirtschaftsförderung zugunsten der Armen.
Nachhaltigkeit
Entscheidend für die Nachhaltigkeit des Systemwandels ist, dass die Entwicklungsorganisation nicht Teil des Marktsystems wird und keine Parallelstrukturen aufbaut. Nur wenn die involvierten Marktteilnehmer die treibenden Kräfte des Wandels sind, hält die verbesserte Situation nach dem Ende eines Projekts an.
Wirkungskette
Projektaktivitäten und ökonomischer Systemwandel
Um Wachstum zugunsten der Armen zu fördern müssen die Hindernisse beseitigt werden. Dazu gehört auch die Veränderung der Rahmenbedingungen. Alle wesentlichen Akteure, Regelungen und Verhaltensweisen in einem Markt und die Beziehungen zwischen ihnen sind einzubeziehen. Die Armen sind Teil der Lösung und arbeiten aktiv an der Veränderung der Parameter des Systems mit. Ziel ist stets, dass neue Einkommensmöglichkeiten entstehen.
Wachstum zugunsten der Armen
Wirtschaftlich aktive Arme – Kleinstunternehmer und deren Angestellte – sind dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten weiter zu entwickeln und wirtschaftliche Chancen wahrzunehmen. Ausgewählt werden Märkte, die für die Armen wichtig sind und ihnen reelle Chancen bieten, ihr Leben zu verbessern. Die Projekte versuchen die Barrieren zu überwinden, welche die Armen daran hindern, am Wirtschaftswachstum teilzuhaben.
Reduktion der Armut
Die Reduktion der Armut besteht darin, die Existenz sichernden Fähigkeiten und Mittel der Betroffenen zu verstärken. Erst wenn sie fähig sind, Krisen zu überwinden (Krankheit, Marktschwankungen, Naturkatastrophen), ist ihre Existenz gesichert. Wenn sie ihre Möglichkeiten über das schiere Überleben hinaus weiter entwickeln, lassen sie die Armut hinter sich.
Um so weit zu kommen, brauchen die Armen Zugang zu spezifischen materiellen und immateriellen Gütern (Know-how, Werkzeuge, Kredite etc.). Am Wachstum dieser Werte und dem steigenden Einkommen, das sozial Schwache daraus ziehen, misst sich der Erfolg der Privatwirtschaftsförderung zwecks Reduktion der Armut.
Prioritäten
Berufsbildung
Zugang zu beruflichen Fertigkeiten ermöglicht Armen, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern oder als Kleinstunternehmerinnen ihre Existenz zu sichern.
Märkte und Marktzugang
Märkte sind für Mikro-, Klein und Mittelunternehmen zu öffnen, denn sie sind die wichtigsten Arbeitgeber und für viele Arme die einzige Chance auf Einkommen.
Finanzdienstleistungen
Ökonomisch aktive Arme brauchen Sparmöglichkeiten, um ihre Existenz langfristig abzusichern. Kleinunternehmen sind auf Kreditangebote angewiesen, um ihr Geschäft weiter zu entwickeln. Der Zugang zu Finanzdienstleistungen ist unerlässlich für die Reduktion der Armut.
Information und Wissen
Arme brauchen Zugang zu relevanten Informationen und Kenntnissen, um ihre Situation verbessern zu können. Massenmedien haben sich als effiziente Kanäle erwiesen, ganz besonders das Fernsehen.

