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10.08.2009
cinfo

Jugendliche: Einsätze in Entwicklungsländern

Jugendliche am Forum cinfo
Junge suchen Einstiegsmöglichkeiten in die IZA
Das Interesse junger Menschen an den globalen Entwicklungsfragen ist gross. Viele möchten sich direkt engagieren und einen Arbeitseinsatz in Afrika oder Lateinamerika leisten. Oder sie erhoffen sich nach ihrer Ausbildung einen Job in der internationalen Zusammenarbeit. Meist ist es aber schwer, einen Einstieg zu finden. Sich frühzeitig über die Möglichkeiten zu informieren, lohnt sich.

Der Einstieg ist nicht ganz einfach

Junge Menschen, die in einem Entwicklungsprojekt oder in der humanitären Hilfe einen Einsatz leisten wollen, ernten meist Absagen. Die Gründe dafür sind:

  • Viele Organisationen arbeiten direkt mit lokalem Personal zusammen. Dieses ist gut ausgebildet und kennt die Verhältnisse besser als EuropäerInnen.
  • Kurzzeiteinsätze in langfristigen Entwicklungsprojekten sind selten. Die Projekte werden gemeinsam mit der Bevölkerung geplant. Das braucht Zeit – und viel Erfahrung. Für kurze Missionen werden deshalb nur hochqualifizierte Fachleute eingesetzt.
  • Auch in der humanitären Hilfe braucht es Fachleute mit grosser Erfahrung in Konflikt- und / oder Krisenmanagement.
  • Für längerfristige Einsätze braucht es Fachpersonal, das geschult ist, um sein Wissen weiter geben zu können, oder Personal, das Koordinations- und Managementaufgaben wahrnehmen kann.

Möglichkeiten für Junge

Obwohl die Anforderungen für Auslandeinsätze in der Regel sehr hoch sind, gibt es für Junge zwei verschiedene Möglichkeiten.

  1. Teilnahme an einem Sozialeinsatz oder Workcamp in Entwicklungs- oder Transitionsländern. Diese Einsätze haben wenig mit Entwicklungszusammenarbeit zu tun. In erster Linie handelt es sich dabei um Austausch- bzw. Bildungsprogramme, die das Verständnis für eine andere Kultur fördern.
  2. Nachwuchsförderungsprogramme in der internationalen Zusammenarbeit (IZA). Sie stehen HochschulabsolventInnen offen, die schon über eine gewisse Berufspraxis verfügen und ein nachgewiesenes Interesse an der IZA haben. Mehr Informationen über die Ausschreibungen solcher Programme finden sich auf der Website von cinfo.

Workcamps und Sozialeinsätze

Einige Organisationen in der Schweiz haben sich auf Jugendaustausch spezialisiert. Neben Schulaustausch, Au-pair-Stellen etc. bieten verschiedene auch Workcamps, Sozialeinsätze oder Praktika in Entwicklungs- und Transitionsländern an. Dauer, Teilnahmebedingungen und Anforderungen variieren je nach Organisation und dort je nach Programm, manchmal zusätzlich nach Land.

Unterschiedlich geregelt ist auch die Kostenbeteiligung der Teilnehmenden, wobei davon ausgegangen werden kann, dass in den meisten Fällen mindestens die Reisekosten selbst übernommen werden müssen. Die Teilnahme an intensiven Vorbereitungsseminaren wird praktisch überall vorausgesetzt.

Gastfamilien in der Schweiz

Oft wird vergessen, dass Austauschprogramme nicht nur von Einsätzen Schweizer Jugendlicher in Afrika, Asien und Lateinamerika leben sondern auch umgekehrt. Mehrere Organisationen suchen daher Schweizer Gastfamilien für Jugendliche aus andern Kulturkreisen.

 

 

Surf-Tipps

Allgemeine Informationen

cinfo

Zentrum für Information, Beratung und Bildung – Berufe in der internationalen Zusammenarbeit (IZA). Das Online-Angebot umfasst auch ein spezielles Dossier für Jugendliche: „Möglichkeiten und Alternativen für Jugendliche“ (Infothek > Publikationen), Informationen über Aus- und Weiterbildungen im Bereich der IZA und über Nachwuchsprogramme von ausgewählten internationalen Organisationen.

intermundo

Dachverband der schweizerischen Jugendaustausch-Organisationen. Er informiert über verschiedene Formen von Jugendeinsätzen wie Austauschjahr, Au-pair, Arbeits- und Sozialeinsätze, Camps, Sprachkurse im Ausland etc. von Schweizer Jugendaustausch-Organisationen. Intermundo ist in der Schweiz der Ansprechpartner für alle Fragen rund um Jugendaustausch und interkulturelles Lernen.

 
Workcamps, Einsätze und Praktika

Folgende Schweizer Organisationen führen Workcamps, Sozialeinsätze oder Praktika ausserhalb Europas und Nordamerikas durch (Auswahl):

AFS

Sozialeinsätze in Kurzprogrammen (Australien) und Semesterprogrammen (Lateinamerika, Asien, Afrika), ab 18 Jahren. Lehrabschluss, Diplom, Matura und/oder mehrjährige Berufserfahrung werden vorausgesetzt.

HOPLAA!

Dieses Programm der Bethlehem Mission Immensee bietet über 20-Jährigen die Möglichkeit für ein dreimonatiges nichtberufliches Praktikum in Lateinamerika, Afrika oder Asien.

ICYE

6- und 12-monatige Arbeitseinsätze für Jugendliche ab 18 Jahren im Sozial- oder Umweltbereich auf allen Kontinenten (Jugendaustausch). Erwartet wird, dass die TeilnehmerInnen am Jugendaustausch eine Gastfamilie in der Schweiz für eine/n Austausch-Jugendliche/n aus dem Ausland suchen. ICYE bietet darüber hinaus auch ein einjähriges Berufspraktikum für LehrerInnen und Pflegefachpersonal in Afrika sowie in einigen Ländern Kurzaustausche zwischen zwei Wochen und drei Monaten an.

Nouvelle Planète

Drei- bis vierwöchige Arbeitseinsätze (Jugendlager) in Afrika und Asien, in der Regel ab 18 Jahren. Vorausgesetzt wird u.a. bereits vor der Ausreise die Teilnahme an Aktivitäten der eigenen Jugendlagergruppe.

PEP

Das Programm PEP! von mission 21 besteht aus Kurzzeiteinsätzen von 6 oder 12 Monaten in Afrika, Asien, Lateinamerika. Voraussetzung ist, dass die BewerberInnen mindestens 22 Jahre alt sind und einen Berufsabschluss haben oder kurz davor stehen.

Service Civil Schweiz

Der SCI bietet u.a. für Junge ab 21 Jahren mehrwöchige Workcamps in Asien, Afrika und Lateinamerika. Zu den Bedingungen gehört die vorherige Teilnahme an SCI-Workcamps in Europa.

Stiftung Schweiz-GUS

Zweiteiliger Projekteinsatz mit je einem Monat Sprachkurs und Praktikum in Russland, der Ukraine oder Belarus.