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20.04.2010
HEKS

Ernährungssicherheit

Ernährungssicherheit
1948 wurde das Recht auf Nahrung in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen, und die Erreichung von Ernährungssicherheit ist seit den 50er/60er Jahren eines der vordringlichsten Ziele der internationalen Zusammenarbeit und der nationalen Regierungen. Trotzdem: Immer noch leiden mehr als 800 Millionen Menschen an Unter- und Mangelernährung.

Oft fehlt der Zugang

Frau mit Kuh

Ernährungssicherheit ist nicht allein eine Frage des Produktionsvolumens. Eigentlich werden heute weltweit genügend Nahrungsmittel produziert, um die gesamte Weltbevölkerung ausreichend zu ernähren. Doch der Zugang zu diesen Nahrungsmitteln ist nicht für alle Menschen gesichert: Sei es, weil ihnen die Mittel für den Kauf von Nahrungsmitteln fehlen, sei es, weil äussere Faktoren - wie Naturkatastrophen, kriegerische Auseinandersetzungen oder auch ökologische Probleme - deren Produktion erschweren.
Eine Steigerung der Nahrungsmittelproduktion allein, ohne Berücksichtigung des Zugangs zu den Nahrungsmitteln, genügt also nicht, um die Ernährungssicherheit für alle sicherzustellen.

Voraussetzungen für Ernährungssicherheit

Der grösste Teil der Landwirtschaft in den Ländern des Südens wird von Kleinbauernfamilien betrieben. Weltweit produzieren sie rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Produkte und sichern so insbesondere die lokale Ernährung.
Um die Ernährungssituation zu verbessern, muss also ein Beitrag an die Stärkung einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft geleistet werden. Grundvoraussetzungen für diese sind:
- Zugang zu Land
- Zugang zu Wasser
- Zugang zu Beratungssystemen, Bildung
- Zugang zu angepassten Kreditsystemen
Ökologie
Nicht nur politische und wirtschaftliche Faktoren gefährden die Ernährungssicherheit, auch ökologische Faktoren erschweren die Situation der Kleinbauern und allgemein der Nahrungsmittelproduktion mehr und mehr.
Der exzessive Gebrauch von Chemikalien, die intensive Nutzung der Böden für Monokulturen, die Abholzung von Wäldern sowie der hohe Bedarf an Grundwasser für die Bewässerung von Agroindustrien haben das ökologische Gleichgewicht schwer geschädigt.
Zudem reduzieren Monokulturen und der Anbau von nur einigen wenigen Hochertragssorten die Biodiversität in erschreckendem Masse und erhöhen die Anfälligkeit der Kulturpflanzen auf Krankheiten und klimatische Veränderungen.

Nachhaltige Landwirtschaft

Nachhaltige Landwirtschaft

Viele NGOs sehen den Weg zur Ernährungssicherheit für alle in der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Eine solche Landwirtschaft soll mittels verbesserter, angepasster Anbaumethoden die notwendigen Produktionssteigerungen erreichen und gleichzeitig die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen anstreben.
Der Verzicht auf chemische Inputs, der diversifizierte Anbau von Kulturen sowie der Einsatz von angepassten Technologien zielt auf die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts und gibt den Kleinbauern und Kleinbäuerinnen die Kontrolle über ihr Betätigungsfeld wieder zurück.
Es gibt bereits verschiedene sehr ermutigende und vielversprechende Erfahrungen für die Machbarkeit eines solchen Ansatzes.

 

Links

Aktuelle Informationen zur Ernährungssicherung

 FAO - Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation der UNO.

 

Internationale Organisationen

 FAO - Die UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO führt ein Spezialprogramm im Bereich Ernährungssicherheit.

 CGIAR - Studien, Publikationen, inklusive Linkliste von allen angeschlossenen Forschungsinstituten.

IATP - Internationales Institut für Landwirtschafts- und Handelspolitik. Veröffentlicht Studien und Berichte zu relevanten Themen.

IFPRI - Aktuelle Nachrichten, Forschungen, Berichte, insbesondere auch einzelne Länderstudien und zudem zahlreiche Nachrichten zum Thema.

 

NGO's im Bereich Ernährungssicherheit

Afrique Verte - NGO mit Sitz in Paris, die verbesserte Ernährungssicherheit im Sahel zum Ziel hat und Informationsarbeit im Norden leistet.

ENDA - Environnement et Développement du Tiers Monde, mit Sitz in Dakar,Senegal. Engagiert sich in den Bereichen "nachhaltige Landwirtschaft" und "Ernährungssicherung".

HEKS - Unterstützt verschiedene Projekte von lokalen Partnerorganisationen im Bereich Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft.

SAFE-Research Project - Die Universität Essex (Pretty and Hine) hat eine breite Studie zu nachhaltiger Landwirtschaft und deren Beitrag zu Ernährungssicherheit durchgeführt, das SAFE-Research Project.

 

Nachhaltige Landwirtschaft

CEAS - Centre Ecologique Albert Schweitzer, Burkina Faso: Projekte im Bereich Agro-Ökologie, angepasste Technologien.

FIAN - NGO, die sich insbesondere für das Recht auf Nahrung einsetzt und wo aktuelle Diskussionen und Nachrichten zu finden sind.

Via Campesina - Internationale Bauernorganisation, die sich mit dem Konzept der Food Sovereignty und dem Recht auf Nahrung auseinandersetzt.

 

Politik im Norden

Alliance Sud - Publikationen zu handelspolitischen Fragen aus Sicht der Hilfswerke.

EvB - Erklärung von Bern, Organisation für eine solidarische Entwicklung.

IATP -  Führt eine spezielle Publikationsliste zu Veröffentlichungen der WTO, der NGOs und anderen internationalen Organisationen.