Ernährungssicherheit
Inhaltsverzeichnis
Oft fehlt der Zugang
Ernährungssicherheit ist nicht allein eine Frage des
Produktionsvolumens. Eigentlich werden heute weltweit genügend
Nahrungsmittel produziert, um die gesamte Weltbevölkerung ausreichend
zu ernähren. Doch der Zugang zu diesen Nahrungsmitteln ist nicht für
alle Menschen gesichert: Sei es, weil ihnen die Mittel für den Kauf von
Nahrungsmitteln fehlen, sei es, weil äussere Faktoren - wie
Naturkatastrophen, kriegerische Auseinandersetzungen oder auch
ökologische Probleme - deren Produktion erschweren.
Eine Steigerung der Nahrungsmittelproduktion allein, ohne
Berücksichtigung des Zugangs zu den Nahrungsmitteln, genügt also nicht,
um die Ernährungssicherheit für alle sicherzustellen.
Voraussetzungen für Ernährungssicherheit
Der grösste Teil der Landwirtschaft in den Ländern des Südens wird von
Kleinbauernfamilien betrieben. Weltweit produzieren sie rund 80 Prozent
der landwirtschaftlichen Produkte und sichern so insbesondere die
lokale Ernährung.
Um die Ernährungssituation zu verbessern, muss also ein Beitrag an die
Stärkung einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft geleistet werden.
Grundvoraussetzungen für diese sind:
- Zugang zu Land
- Zugang zu Wasser
- Zugang zu Beratungssystemen, Bildung
- Zugang zu angepassten Kreditsystemen
Ökologie
Nicht nur politische und wirtschaftliche Faktoren gefährden die
Ernährungssicherheit, auch ökologische Faktoren erschweren die
Situation der Kleinbauern und allgemein der Nahrungsmittelproduktion
mehr und mehr.
Der exzessive Gebrauch von Chemikalien, die intensive Nutzung der Böden
für Monokulturen, die Abholzung von Wäldern sowie der hohe Bedarf an
Grundwasser für die Bewässerung von Agroindustrien haben das
ökologische Gleichgewicht schwer geschädigt.
Zudem reduzieren Monokulturen und der Anbau von nur einigen wenigen
Hochertragssorten die Biodiversität in erschreckendem Masse und erhöhen
die Anfälligkeit der Kulturpflanzen auf Krankheiten und klimatische
Veränderungen.
Nachhaltige Landwirtschaft
Viele NGOs sehen den Weg zur Ernährungssicherheit für alle in der
Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Eine solche Landwirtschaft
soll mittels verbesserter, angepasster Anbaumethoden die notwendigen
Produktionssteigerungen erreichen und gleichzeitig die nachhaltige
Nutzung der natürlichen Ressourcen anstreben.
Der Verzicht auf chemische Inputs, der diversifizierte Anbau von
Kulturen sowie der Einsatz von angepassten Technologien zielt auf die
Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts und gibt den
Kleinbauern und Kleinbäuerinnen die Kontrolle über ihr Betätigungsfeld
wieder zurück.
Es gibt bereits verschiedene sehr ermutigende und vielversprechende Erfahrungen für die Machbarkeit eines solchen Ansatzes.
Links
Aktuelle Informationen zur Ernährungssicherung
FAO - Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation der UNO.
Internationale Organisationen
FAO - Die UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO führt ein Spezialprogramm im Bereich Ernährungssicherheit.
CGIAR - Studien, Publikationen, inklusive Linkliste von allen angeschlossenen Forschungsinstituten.
IATP - Internationales Institut für Landwirtschafts- und Handelspolitik. Veröffentlicht Studien und Berichte zu relevanten Themen.
IFPRI - Aktuelle Nachrichten, Forschungen, Berichte, insbesondere auch einzelne Länderstudien und zudem zahlreiche Nachrichten zum Thema.
NGO's im Bereich Ernährungssicherheit
Afrique Verte - NGO mit Sitz in Paris, die verbesserte Ernährungssicherheit im Sahel zum Ziel hat und Informationsarbeit im Norden leistet.
ENDA - Environnement et Développement du Tiers Monde, mit Sitz in Dakar,Senegal. Engagiert sich in den Bereichen "nachhaltige Landwirtschaft" und "Ernährungssicherung".
HEKS - Unterstützt verschiedene Projekte von lokalen Partnerorganisationen im Bereich Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft.
SAFE-Research Project - Die Universität Essex (Pretty and Hine) hat eine breite Studie zu nachhaltiger Landwirtschaft und deren Beitrag zu Ernährungssicherheit durchgeführt, das SAFE-Research Project.
Nachhaltige Landwirtschaft
CEAS - Centre Ecologique Albert Schweitzer, Burkina Faso: Projekte im Bereich Agro-Ökologie, angepasste Technologien.
FIAN - NGO, die sich insbesondere für das Recht auf Nahrung einsetzt und wo aktuelle Diskussionen und Nachrichten zu finden sind.
Via Campesina - Internationale Bauernorganisation, die sich mit dem Konzept der Food Sovereignty und dem Recht auf Nahrung auseinandersetzt.
Politik im Norden
Alliance Sud - Publikationen zu handelspolitischen Fragen aus Sicht der Hilfswerke.
EvB - Erklärung von Bern, Organisation für eine solidarische Entwicklung.
IATP - Führt eine spezielle Publikationsliste zu Veröffentlichungen der WTO, der NGOs und anderen internationalen Organisationen.

