Barbara klebt den Umschlag zu und strahlt zufrieden. Meier wird morgen Augen machen, wenn er den Brief liest. Das hat er nun davon – leid tun ihr einzig ihre Kolleginnen und Kollegen, die einen weiteren Abgang zu verkraften haben. Aber Barbaras Partner hat sie in ihrer Entscheidung zu künden bestärkt. Und vielleicht klappt es ja tatsächlich mit der Teilzeitarbeit beim Hausarzt in ihrer Gemeinde...
„Und was dann, wenn du weg bist? Du lässt all die Kinder und Greise, Frauen und Männer einfach zurück!“ Carla hätte nicht gedacht, dass ihre beste Freundin Laura so heftig reagiert. „Aber Laura, verstehe doch – ich kann fast nicht mehr. Kinder, deren Leben aufgrund einfacher Krankheiten bedroht sind, nur weil ich die entsprechenden Medikamente nicht habe.“ Laura fährt hoch: „Ja, die Situation ist nicht gut. Aber wenn du gehst, haben wir niemanden mehr, der uns hilft. Das Gesundheitszentrum wird schliessen müssen! Und,“ Laura wird leiser, lächelt und wischt sich eine Träne aus dem Auge, „ich kann doch nicht zulassen, dass meine beste Freundin geht – auch wenn ich dich ja verstehe.“
Wird Carla den Koffer packen und ihre Freundin und das Gesundheitszentrum verlassen? Hören Sie mehr am Freitag dazu. Inzwischen ist es Zeit, dass sich die internationale Politik und die Schweiz mit dem Thema beschäftigt:
Hintergrundartikel aus der Basler Zeitung (pdf)
Faire face à l'émigration des médecins de pays pauvres: Mary Robinson, ancienne présidente d'Irlande, et Francis Omaswa, président de l'African Center for Health and Social Transformation, présentent un code de pratique pour le recrutement.
Texte publié sur l'initiative du Réseau Medicus Mundi Suisse (pdf)

