Die Bevölkerung der Region Vanga in der südwestkongolesischen Provinz Bandundu ist infolge der bewaffneten Konflikte der 1990er Jahre ärmer geworden. Die Mehrheit lebt vom Ackerbau zum Eigenverbrauch. Fallen Überschüsse an, verkaufen die Familien diese nach Möglichkeit, um ihre Ausgaben zu bestreiten. Doch aufgrund mangelnder Transportmöglichkeiten müssen sie oft zusehen, wie ihre Produkte verderben. Die Actions Communautaires pour un Développement Intégré ACDI leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung. Sie betreiben ein Landwirtschaftszentrum, das an der Verbesserung von Saatgut, Anbau- und Verarbeitungsmethoden arbeitet und 115 Dörfer unterstützt.
Vor einiger Zeit hat dieses eine Ölmühle für die Gewinnung von Palmöl und eine motorbetriebene Raspelmaschine für die Verarbeitung von Maniok in Betrieb genommen. Aus frischen Ölfrüchten hergestelltes Palmöl hat eine bessere Qualität und erzielt doppelt so hohe Preise als das Öl von Früchten, die liegengelassen werden, bis sie weich genug sind, um von Hand ausgepresst zu werden. Auch einheitlich grosse, durch Wässern und Trocknen lagerfähig gemachte Maniokschnitzel lassen sich zu wesentlich besseren Preisen verkaufen als ganze Maniokwurzeln. Für beides besteht in Kinshasa eine grosse Nachfrage.
Mit Unterstützung der miva haben die ACDI einen Lastwagen mit einer Nutzlast von 5,5 Tonnen erworben, mit dem die Produkte bei den Bauern abgeholt, zur Verarbeitung ins Landwirtschaftszentrum und anschiessend zum Markt gebracht werden. Pro Woche werden durchschnittlich 12 Tonnen Palmfrüchte und 8 Tonnen Maniok eingesammelt und verarbeitet. Davon profitiert die Bevölkerung mehrfach: Die Bauern können ihre überschüssige Ernte zu einem fairen Preis absetzen, die Erträge aus dem Verkauf des Palmöls und der Maniokschnitzel fliessen in landwirtschaftliche Entwicklungsprojekte der ACDI und der Lastwagen bringt auf der Rückfahrt Güter des täglichen Gebrauchs mit.

