Im südlichen Afrika, in Ost- und Mitteleuropa und in der Karibik mussten staatliche Aids- Behandlungsprogramme wegen finanzieller Engpässe reduziert werden oder gar schliessen. Dies zeigt eine Studie der Weltbank und der UNAIDS, die im März 2009 in 71 Ländern die Auswirkungen der Weltwirtschaftkrise auf die Aidsprogramme prüfte. Kürzungen bedeuten, dass ÄrztInnen und PflegerInnen HIV-positive PatientInnen abweisen müssen. Viele Menschen, die dringend eine Behandlung brauchen, müssen die Therapie unterbrechen und werden wesentlich früher sterben. Andere werden gar nicht mehr aufgenommen.
Mit dem Milleniumsentwicklungziel 6 soll bis 2010 der weltweite Zugang zu medizinischer Versorgung für alle HIV/AIDS-Infizierten, die diese benötigen, erreicht werden. Auch die Schweiz hat sich diesem Ziel verpflichtet. Heute erhalten über vier Millionen HIV-Positive antiretrovirale Therapie. Trotz beachtlicher Fortschritte sind dies erst 42% der Menschen, die eine Therapie benötigen, die auch tatsächlich behandelt werden.
Weniger Geld für mehr Aids-Therapien? Wie gehen die Schweizer NGOs und ihre Südpartner mit den Folgen der Weltwirtschaftkrise um? Wie können schwindende Gelder für antiretrovirale Behandlungen kompensiert werden? Wie können wir Solidarität zeigen mit Menschen, die mit HIV leben und die gerade Hoffnung auf eine bessere Zukunft schöpften? Dies sind einige der Fragen, die an der Fachtagung von aidsfocus.ch vom 14. April 2010 in Bern aufgegriffen und diskutiert werden.
Aidsfocus Conference, Berne 14 April 2010
„The future of the global AIDS response. Implications for Swiss NGOs”.

