Kleinbauern in Brasilien tragen ihre Ernte ein

Weit mehr als die Hälfte der unterernährten Menschen leben in ländlichen Gebieten, also dort, wo Reis und Mais, Hirse und Kartoffeln wachsen. Der Landbesitz ist in zahlreichen Ländern sehr ungleich verteilt: Wenige besitzen fast alles, und fast alle besitzen kaum etwas. Deshalb spielt das Land bei der Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung eine zentrale Rolle.

Dank der Landlosenbewegung, die seit den achtziger Jahren von Brasilien aus weltweit gewachsen ist, haben einige Staaten den Kleinbauernfamilien Zugang zu produktivem Land gesetzlich zugesprochen. Doch vielerorts hapert es bei der Umsetzung. HEKS unterstützt zum Beispiel in Brasilien, Indien, Guatemala und auf den Philippinen Organisationen von Landlosen und Kleinbauern dabei, ihre Rechte einzufordern und ihr Land nachhaltig fruchtbar zu machen.

Philippinen: Auf Mindanao unterstützt HEKS 4000 Familien und damit etwa 20 000 Menschen, die ihre Rechte auf 8000 Hektaren Land beanspruchen. Fachleute begleiten die Landlosen bei Verhandlungen mit Behörden oder Klagen vor Gericht. Ausbildungen in kleinbäuerlicher Landwirtschaft vermitteln ihnen Wissen und Praxis, wie sie sich mit Reis oder Mais, Gemüse und Früchten selber versorgen und ihre Erzeugnisse so verarbeiten können, dass sie Gewinn abwerfen.

Indien: In Indien leben etwa 70 Millionen Adivasi (Ureinwohner). Als Kastenlose werden sie von der Gesellschaft diskriminiert und besitzen nicht einmal das Land, auf dem sie wohnen und das ihre Ahnen seit Generationen bebauen. Mit Hilfe von HEKS können sie sich offiziell registrieren lassen, staatliche Unterstützung beanspruchen und ihre verfassungsmässigen Grundrechte wie Land-, Wasser- und Waldrechte sowie den Zugang zu Schulen geltend machen oder vor Gericht einklagen.

Im letzten Jahr haben dank HEKS rund 68 000 Landlose, Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, Kastenlose und PlantagenarbeiterInnen Zugang zu Land erhalten.

 

Quelle: HEKS