Lehrerpartnerschaft Hongkong – Basel

Zwei Dutzend Lehrpersonen aus Hongkong besuchen zurzeit Kindergärten und Primarschulen in Basel und Allschwil. Die interkulturelle Lehrerpartnerschaft ist eine Initiative von mission 21 mit der Tsung Tsin Mission of Hong Kong.

Was zeichnet das schweizerische Grundschulsystem im internationalen Vergleich aus? Was können Kindergärtner und Schulleiterinnen unterschiedlicher Länder voneinander lernen? Um solche Fragen geht es bei der Lehrerpartnerschaft Hongkong - Basel, eine gemeinsame Initiative von mission 21 mit der Tsung Tsin Mission (TTM) of Hong Kong.

Zwei Dutzend Lehrkräfte aus Hongkong, von der Kindergärtnerin bis zum Mittelschulleiter, besuchen zurzeit Primarschulen und Kindergärten in Basel und Allschwil. Gestern Montag – am chinesischen Neujahr – besuchte die chinesische Delegation die Primarschule Peters und das Kinderhuus Gampiross. Heute Dienstag sind die Stationen die Primarschule Isaak Iselin und der Waldkindergarten Spitzwald im Allschwiler Wald. mission 21 hat zum vierten Mal Mitarbeitende diverser schulischer Einrichtungen ihrer Hongkonger Partnerorganisation zur Bildungsreise in die Schweiz eingeladen. Die TTM wurde 1847 von der Basler Mission gegründet. Über 11'000 Schulkinder unterschiedlicher Weltanschauungen und sozialer Hintergründe werden dort unterrichtet.

Hongkong über Basel: «the passion of learning»
Der Schulleiterin Gloria Leung fällt auf, dass man den Kindern bei uns viel Zeit lasse. In China sei «spoon-feeding education» üblich, erklärt sie: Oberstes Ziel sei es, dass sich die Kinder vorprogrammiertes Wissen einverleiben. Leung holt sich in Basel Impulse für alternatives Unterrichten: In der Schweiz werde die Lust der Kinder am Lernen («the passion of learning») gefördert, erzählt sie. Ihre Kollegin Joni Ho doppelt nach: «Hier lernen die Kinder viel im Spiel und sind immer wieder im Freien, das fördert die Kreativität.» Der Unterricht wirke «sehr locker», «very relaxed», so der Tenor der Hongkonger Lehrkräfte.

Basel über Hongkong: «Klärt den Blick auf den eigenen Ansatz»
«Der Austausch mit Fachleuten aus einer anderen Kultur ist bereichernd und klärt den Blick auf den eigenen Ansatz», sagt auf der anderen Seite Peter Huber, gastgebender Kindergärtner im Waldkindergarten Spitzwald. Und Martin Theuer, Lehrer in der Leitung der Primarschule Peters, meint: «Wir sind daran, unser Schulsystem umzustellen. Da finde ich es interessant zu erfahren, wie es Andere machen – man muss das Rad ja nicht neu erfinden.»

Quelle: Mission 21