Vielfalt gegen Hunger

Morgen 22. Mai ist der internationale Tag der Biodiversität. Ohne Vielfalt kein Leben. Ohne Saatgut keine Ernte. Und ohne Sortenvielfalt keine Ernährungssicherheit. Zum internationalen UNO-Jahr der Biodiversität trägt die Saatgutkarawane die Themen Saatgut und Sortenvielfalt durch die Schweiz.

Nur noch wenige Menschen in Europa haben direkt etwas mit Saatgut zu tun: Landwirte, Gärtnerinnen, Züchter und Händlerinnen. Doch das Saatgut geht uns alle an. Es ist die Grundlage unserer täglichen Ernährung. Seit Jahrtausenden sind es die Bäuerinnen und Bauern, die Saatgut aufbewahren, weiterentwickeln und züchten. Über 10 000 Nutzpflanzen- und Tierarten sind so gezüchtet worden. Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft ist diese Vielfalt jedoch weitgehend verloren gegangen: nur noch 15 Pflanzen- und acht Tierarten liefern weltweit 90 Prozent der Nahrung. Allein Reis, Weizen und Mais bestreiten die Hälfte unseres Nahrungsbedarfs. Dramatisch ist auch der Verlust der Sortenvielfalt innerhalb der Arten: 90 Prozent der Sorten sind von unseren Äckern verschwunden.

Wir brauchen jedoch verschiedene Äpfel, Reis- und Kartoffelsorten, und zwar nicht nur, weil es besser schmeckt, wenn man für jedes Gericht die geeignete Kartoffel zur Verfügung hat. Eine breite Vielfalt hilft vor allem, Ernteverluste zu reduzieren. So sind einige Sorten gegen Trockenheit resistent, andere vertragen viel Kälte oder können sich vor bestimmten Schädlingen oder Krankheiten schützen. Damit ist klar: um den Herausforderungen durch den Klimawandel trotzen und die Ernährung auch in Zukunft zu sichern, braucht es Vielfalt.

Im direkten Austausch mit den Bauern und Expertinnen aus dem Süden und der Schweiz wird die Bedeutung der Vielfalt erfahrbar. Um die Vielfalt zu retten, sind wir alle gefragt. Denn nur, wenn die verschiedenen Sorten auch bei uns in der Einkaufstasche und auf unseren Tellern landen, werden sie weiterhin produziert werden.

Das ganze Programm auf einen Blick (PDF-Flyer)

Quelle: Swissaid