Die Schweiz pflegt seit 35 Jahren diplomatische Beziehungen mit Nordkorea. Auch entwicklungspolitisch ist die Schweiz seit einigen Jahren in dem international isolierten kommunistischen Land engagiert. Nun soll sie ihre Entwicklungshilfe einstellen.
Die Schweiz gehört zu jenen westlichen Ländern, die am längsten mit Nordkorea Beziehungen unterhalten. Offiziell trat die Schweiz auf der koreanischen Halbinsel erstmals 1953 durch die Teilnahme an der Neutralen Überwachungskommission NNSC bei der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea in Aktion.
Es handelte sich dabei um den ersten Auslandeinsatz schweizerischer Armeeangehöriger. Als neutraler Staat stellt die Schweiz bis heute an der inoffiziellen Grenze zwischen den beiden Ländern militärische Beobachter.
Diplomatie und humanitäre Hilfe
Im Dezember 1974 anerkannte die Schweiz
Nordkorea und nahm diplomatische Beziehungen mit Pjöngjang auf. 1997
bis 1999 beherbergte die Schweiz in Genf Viererparteien-Gespräche
zwischen den beiden Koreas, China und den USA. Seit 2003 führen die
beiden Länder zudem einen regelmässigen politischen Dialog.
Die
humanitäre Hilfe der Schweiz ist seit den Naturkatastrophen von 1995,
die zu Hungersnöten führten, in Nordkorea aktiv. 1997 wurde in
Pjöngjang ein Koordinationsbüro der Direktion für Entwicklung und
Zusammenarbeit (Deza) eröffnet. Das Hauptziel der Schweizer
Hilfsprojekte ist die Verbesserung der Nahrungssicherheit für die
Landbevölkerung durch einen Beitrag zu einer effizienteren und
nachhaltigen Landwirtschaft. Zudem soll der laut Deza "zaghaft
begonnene Reformprozess" unterstützt werden.

