Einen Rückblick auf über zwei Jahrzehnte intensivster und vielseitigster Arbeit zu Kolumbien gibt Bruno Rütsche im neuen Monatsbericht der Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask. Sein Fazit: Die ask braucht es nach wie vor.
Obwohl heute Kolumbien ein Tummelfeld verschiedenster multilateraler (UNO, UNOHochkommissariat für Flüchtlinge) und internationaler Organisationen ist, hat sich die Situation der Menschenrechte und die Aussicht auf einen Frieden mit sozialer Gerechtigkeit im Vergleich zu den 80er Jahren nicht verbessert. Auch eine wirkliche und umfassende Demokratie ist nicht in Sicht. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Auch die Schweiz bleibt eine kohärente Politik gegenüber Kolumbien schuldig. Während das EDA eine erstaunlich konsequente Haltung vertritt, hat das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO Mitte 2009 ein bilaterales Freihandelsabkommen mit Kolumbien abgeschlossen. Demgegenüber haben Norwegen, Kanada und selbst die USA solche Abkommen aufgrund der Menschenrechtslage – insbesondere der Verfolgung und Ermordung von Gewerkschaftern – bisher nicht ratifiziert. Die Schweiz ist damit das erste Industrieland, das mit Kolumbien ein solches Wirtschaftsabkommen in Kraft setzt. Hier stellt sich nicht nur der ask! und der NRO Koordination, sondern letztlich auch entwicklungspolitischen Organisationen der Schweiz die grosse Aufgabe, die Umsetzung dieses Freihandelsabkommens und dessen Folgen aufmerksam und kritisch zu prüfen und öffentliche Rechenschaft vom SECO einzufordern.
Zu lesen im Kolumbien-Monatsbericht No 1/2010

