Public-Eye-Preisträger: Roche und die Royal Bank of Canada

Die Erklärung von Bern und Greenpeace haben in Sichtweite des WEF die sozial und ökologisch skrupellosesten Firmen des Jahres prämiert: Die Public Eye Awards 2010 gehen an die nichtstaatliche Royal Bank of Canada und den Basler Pharmakonzern Roche. Auch die Online-Abstimmung für den Publikumspreis mit über 20'000 Teilnehmern konnte Roche nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen GDF/Suez für sich entscheiden. Der erste „Greenwash Award“ geht derweil an das höchst fragwürdige UNO-Wassermandat.

Die Royal Bank of Canada gewinnt den diesjährigen «Global Award». Am Pranger steht das umsatzstärkste Unternehmen Kanadas wegen seiner Rolle als weltweit führender Financier der Ölsandkonzerne.
 
Roche räumt gleich zwei Anti-Oscars ab: Den «Swiss Award» und den «People’s Award». Diese Doppelauszeichnung zeigt, dass Fachjury und Internet-Gemeinde die Geschäftspraktiken des Basler Pharma-Unternehmens gleichermassen scharf verurteilen. Für sein Medikament Cell Cept, das die Organabstossung verhindern soll, führt Roche in China Studien durch. Dort stammen aber mehr als 90% aller transplantierten Organe von hingerichteten Gefangenen. Roche kann oder will dennoch nicht sagen, woher die mehr als 300 Organe für ihre Studien kommen.
 
Den neu geschaffenen «Greenwash Award» hat die Fachjury dem im Rahmen des Global Compact lancierten UNO-Wassermandat verliehen. Von Wasser als primärer Ressource finanziell profitierende Konzerne wie Nestlé, Coca Cola oder Dow Chemical geben vor, in diesem Klub gemeinsam mit UN-Organisationen und NGO die Wasserkrise zu bekämpfen. Stattdessen, so Richard Girard vom kanadischen Polaris Institut, „betreiben sie unter dem UNO-Signet ihre Politik der Wasserprivatisierung systematisch weiter“ – ohne Berücksichtigung existierender, verbindlicher Öko- und Sozialstandards.
 
Weitere Infos (Abstimmungsresultate und Laudatios) auf www.publiceye.ch