Der Klimawandel gefährdet die Lebensgrundlagen von 1,7 Mrd. Kleinbauern. Das geht aus der Oxfam-Studie "People-Centred Resilience" hervor. Die betroffenen Kleinbauern - davon 837 Millionen in Asien und 228 Millionen in
Afrika - leben in ertragsschwachen und benachteiligten Gebieten, teils mit geringen Niederschlägen. Oxfam hat daher die Teilnehmer des BerlinerAgrarministergipfels (16.01.) aufgefordert, sich für agrar-ökologische
Anbauverfahren einzusetzen, um Bodenschutz und Bodenfruchtbarkeit nachhaltig zu verbessern. "Diese Unterstützung zahlt sich dreifach aus: Sie verbessert die Ernährungssituation, fördert die Anpassung an den Klimawandel und hilft, Treibhausgase zu reduzieren", erklärt Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale.
Umweltschonende Anbaumethoden würden allerdings bislang bei der Hungerbekämpfung kaum berücksichtigt. "Der EU-Fonds in Höhe von einer Milliarde Euro, der während der Nahrungsmittelkrise 2008 geschaffen wurde, finanziert nur zu 14 Prozent Projekte mit einer agrar-ökologischen Komponente", kritisiert Wiggerthale. Hingegen fließen 51 Prozent der Mittel in Projekte, in denen Pestizide verwendet werden. "Die Landbewirtschaftung muss weniger auf Düngemittel, Pestizide und Technologie setzen, und mehr auf ökologische Anbaumethoden und traditionelles Wissen. So können Klimarisiken und damit auch Hunger und Armut für Kleinbauern erheblich verringert werden", sagt Wiggerthale.
Laut Studie sind in Entwicklungsländern bereits 384 Millionen Hektar vom Verlust der Bodenfruchtbarkeit betroffen. Die fruchtbare Humusschicht werde immer dünner. In Afrika treffe dies für 65 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu.
Die Studie "People-Centred Resilience" kann heruntergeladen werden unter:
www.oxfam.de/download/people_centred_resilience.pdf
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18.01.2010
interportal.ch

