Oikocredit setzt auf Kooperation und Transparenz, um mit Mikrokrediten Armut zu bekämpfen und eine sozial verantwortliche Anlage zu ermöglichen. Bereits in den 70er-Jahren begann die internationale Entwicklungsgenossenschaft, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Nobelpreisträger Muhammed Yunus, Mikrokredite zu fördern. Dank ihrer langen Erfahrung und Basisnähe ist Oikocredit auch in der Finanzkrise eine zuverlässige Partnerin geblieben und verhilft heute 17,5 Millionen Menschen in 70 Staaten zu Krediten, die ihnen ein Erwerbseinkommen ermöglichen.
Im Jahr 2009 hat Oikocredit mit ihren 543 Partnerorganisationen 142 Millionen Euro neue Darlehen ausbezahlt und damit total 394 Millionen Euro ausstehend. Weltweit 35'000 private und 600 institutionelle AnlegerInnen stellen ein Kapital von 413 Millionen Euro zur Verfügung. Dazu tragen die 1365 (2008: 1265) Mitglieder von Oikocredit deutsche Schweiz 20,7 Millionen (2008: 18,8 Millionen) Euro bei. Ihnen ermöglicht Oikocredit nicht nur das Wissen um die grosse soziale Wirkung, sondern auch eine faire Rendite. In den letzten Jahren wurde eine Dividende von 2% ausgeschüttet; der Nennwert eines Anteilscheins beträgt 200 Euro. Oikocredit erhebt einen Mitgliederbeitrag, verzichtet aber auf Depot- und Verwaltungsgebühren. Die grosse Spezialität von Oikocredit sind der hohe Grad an Demokratie sowie die dezentrale Struktur: In 32 Staaten führen einheimische Fachkräfte Regional- und Länderbüros und in 17 Staaten gibt es Förderkreise, die die Unternehmenspolitik mitbestimmen.
Durch den Boom in diesem Sektor – fünf Milliarden Dollar sind gegenwärtig an Mikrokrediten weltweit in Umlauf – ist in gewissen städtischen Gebieten starker Wettbewerb entstanden. Dies bringt mit sich, dass einzelne KreditnehmerInnen mehrere Kredite gleichzeitig aufnehmen können. Um das Überschuldungsrisiko zu vermindern, hat Oikocredit mit seinen 32 Regional- und Länderbüros Transparenzkriterien definiert, um die nachhaltige und professionelle Beratung der KundInnen zu gewährleisten.
Gemeinsam mit den potentiellen KreditnehmerInnen werden deren Kreditfähigkeit geprüft, die Raten berechnet und an das vorhandene Haushaltseinkommen angepasst. Die enge Begleitung ermöglicht in Armut lebenden Menschen durch einen Kredit die selbständige Gestaltung ihres Lebens, vermittelt Know-how und Unterstützung und verhindert gleichzeitig, dass sie in die Überschuldungsfalle tappen. Denn Kredite eröffnen nur dann einen Weg aus der Armut, wenn eine Rückzahlung möglich ist und nicht zur unüberwindbaren Belastung wird. Damit dieses gute Instrument Zukunft hat, sind jedoch zusätzlich Übereinkünfte und klare Regeln auf nationaler und internationaler Ebene nötig. Dafür setzt sich Oikocredit ein.
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24.02.2010
Oikocredit

