In Bad Zurzach hat die Firma Green Biofuel AG eine Baubewilligung für eine Agrodiesel-Anlage erhalten. Dort soll die ölhaltige Pflanze Jatropha aus Mosambik verarbeitet werden. Die Plattform Agrotreibstoffe, in der rund 20 Hilfswerke, Umwelt- und Bauernorganisationen zusammengeschlossen sind, zeigt sich darüber äusserst besorgt. Jatropha kann nur mit grossem Einsatz von Pestiziden, Kunstdüngern und Wasser gewinnbringend angebaut werden. Von „Bio“-Treibstoffen kann deshalb nicht die Rede sein. Zudem verdrängen sie die Nahrungsmittelproduktion. Die Schweiz muss auf die Verarbeitung von Jatropha verzichten, fordert die Plattform Agrotreibstoffe.
Die Anlage in Bad Zurzach wird die Jatropha-Nuss aus Mosambik beziehen. In diesem afrikanischen Land sind über 80 Prozent der Bauern Selbstversorger. Internationalen Firmen versuchen, in grossem Stil Land zu pachten oder zu kaufen. So wurden der mosambikanischen Regierung 2007 Gesuche für 50’000 km2 Land gestellt – knapp 1/7 des fruchtbaren Landes und mehr als die Fläche der Schweiz. Darauf sollen grossenteils Pflanzen zur Herstellung von Agrotreibstoffen angebaut werden.
Eine Studie aus Mosambik, die im Auftrag der Plattform Agrotreibstoffe realisiert wurde zeigt: Jatropha verdrängt den Anbau von Nahrungsmitteln durch Kleinbauern. Darüber hinaus wird Jatropha fast nur auf bewässerten Flächen angebaut, wobei Dünger und Pestizide eingesetzt werden müssen. Die Zusammenfassung der Studie findet sich unter:
www.swissaid.ch/agrotreibstoffe

