Dank den vom Haitianischen Roten Kreuz im Hauptspital von Port-au-Prince gelagerten Blutreserven konnten nach dem Erdbeben vom 12. Januar lebenswichtige Transfusionen vorgenommen werden. Dem Club 25 des Roten Kreuzes gehören 4‘000 junge Blutspenderinnen – und spender an.
In der Kleinstadt Mirebalais 60 km nördlich von Port-au-Prince haben sich rund 13‘000 Erdbebenopfer aus der Hauptstadt vorübergehend in Sicherheit gebracht. Bei der Rotkreuz-Filiale spenden jugendliche Mitglieder des Club 25 Blut für die Verletzten und Kranken. Die 29-jährige einheimische Ärztin Dr. Sherley Bernard leitet diesen Blutspende-Club, dem 4‘000 Jugendliche im ganzen Land angehören. „Wir müssen davon ausgehen, dass allein wegen mangelndem Blut in den ersten Tagen und Wochen nach der Katastrophe täglich mindestens zehn verletzte Menschen starben“, schätzt sie. „Dank dem Club 25, dessen Mitglieder seit Jahren regelmässig Blut spenden, war diese Zahl nicht noch höher“.
Einen Monat nach dem Erdbeben konnte das Haitianische Rote Kreuz in der Erdbebenzone wieder den regelmässigen Blutspende-Dienst aufnehmen. Viele Menschen, die dankbar sind, dass sie unverletzt überlebt haben, spenden nun zum ersten Mal Blut. Wie vor dem Erdbeben erhalten die Blutspendenden zur Belohnung ein Getränk oder ein Biskuit.
Auch das kürzlich im zerstörten Grossraum von Port-au-Prince eingerichtete grosse Feldspital und die mobilen Kliniken des Roten Kreuzes sind auf Blutspenden angewiesen. Die zweite Einsatz-Staffel mit sechs medizinischen Fachleuten des Schweizerischen Roten Kreuzes hat dort soeben das erste Team abgelöst, das am 16. Januar eingetroffen war.

