Gestern Abend, 23 Uhr (Schweizer Zeit), hat ein schlimmes Erdbeben Haiti getroffen. Das Ausmass der Zerstörung ist noch nicht absehbar. Es ist aber mit mehreren Tausend Toten und immensen Infrastruktursch den zu rechnen. Das Helvetas Büro in Port-au-Prince wurde stark beschädigt, die meisten lokalen Helvetas Mitarbeitenden sind in Sicherheit. Aufgrund der erschwerten Kommunikationsbedingungen konnte aber mit den Mitarbeitenden in den Provinzen noch kein Kontakt hergestellt werden.
Helvetas ist seit 1983 in Haiti aktiv. Heute arbeitet Helvetas in drei Regionen in Zentralhaiti (Verrettes, La Chapelle und Savanette). Im Zentrum stehen die Versorgung ländlicher Gemeinden mit Trinkwasser- und Abwassersystemen sowie die Unterstützung von landwirtschaftlichen Vermarktungsketten zur Einkommensförderung. Ein wichtiger Aspekt der Projektarbeit ist der Ressourcenschutz. Dieser ist besonders zentral, weil in Haiti die Waldfläche infolge unkontrollierter Abholzung (für Ackerbau und Holzkohleproduktion) nur noch zwei Prozent beträgt und das Land stark von Erosion betroffen ist.
Haiti ist eines der ärmsten Länder in Amerika. Auch die Glückskette und ihre Schweizer Partnerhilfswerke finanzieren mehrere Hilfsprojekte in Haiti. Die Glückskette hat umgehend ein Spendenkonto eröffnet, die Partnerhilfswerke bereiten sich vor, Unterstützung zu leisten, die sich von der Nothilfe bis zum Wiederaufbau erstreckt.

