Als Antwort auf die grossen Herausforderungen lanciert Amnesty International die neue, weltweite Kampagne «Für ein Leben in Würde». Die Kampagne verstärkt das Engagement im Bereich der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte und ist ein Meilenstein in der Geschichte von Amnesty International.
«Armut ist der grösste Menschenrechtsskandal unserer Zeit.» Irene Khan, die Generalsekretärin von Amnesty International, sagt damit ganz klar: Armut ist nicht einfach Schicksal. Armut ist menschengemacht. Sie ist die Folge von politischen und wirtschaftlichen Entscheiden.
Ziel der Kampagne «Für ein Leben in Würde» ist es, Menschenrechtsverletzungen zu stoppen, die Menschen in die Armut treiben und in Armut gefangen halten. Noch nie verfügte die Welt über so viele Möglichkeiten, über so viel Wohlstand, Wissen und Technologie, um die Armut zu bekämpfen. Wenn wir die Mittel dazu haben, die Armut zu stoppen, dann ist das Nichthandeln, das Wegsehen, das Verharmlosen nicht mehr entschuldbar und wird zu einer Verletzung des Rechts.
Armut ist nicht nur eine Frage des fehlenden Einkommens. Der Blick allein aufs Geld greift zu kurz. Dabei werden Aspekte wie Diskriminierung, Ausgrenzung oder was es für Menschen tatsächlich heisst, in Armut zu leben, ausgeblendet. Für viele heisst Armut keinen Zugang zu Nahrung, sauberem Wasser, Schule, Gesundheitseinrichtungen, Unterkunft oder Arbeit zu haben. Armut heisst aber auch ohnmächtig, macht- und sprachlos zu sein, nicht ernst genommen und ausgegrenzt zu werden, verletzlich und in Unsicherheit und Angst vor der Zukunft zu leben.
Teufelskreis durchbrechen
Den Teufelskreis von Mangel, Ausschluss, Unsicherheit und Sprachlosigkeit will Amnesty International mit der Kampagne «Für ein Leben in Würde» durchbrechen. Dafür braucht es die Mitbestimmung der Betroffenen, Zugang zu allen Rechten und Rechenschaftspflicht für Regierungen und Unternehmen.
Für die ersten paar Jahre der langfristig angelegten Kampagne stehen vier Themen im Vordergrund: Die Rechte der Menschen, die in Elendsvierteln wohnen; Massnahmen gegen die Müttersterblichkeit; die Verantwortung von Unternehmen insbesondere bei grossen Rohstoff- und Energieprojekten sowie eine stärkere Verankerung des Menschenrechtsansatzes bei der Weiterentwicklung der Uno-Milleniums-Entwicklungsziele.
Amnesty International wird die Menschen vor Ort in ihrem Kampf für ihre Rechte unterstützen und mithelfen, dass ihre Anliegen gehört und ernst genommen werden.
Kampagne
03.06.2009
Amnesty International

