Die verstärkte Nachfrage nach dem seltenen Roherz Coltan in der Demokratischen Republik Kongo bedroht nach Berichten der Artenschutzorganisation Pro Wildlife die letzten Rückzugsgebiete von Gorillas. Pro Wildlife befürchtet verheerende Folgen für die Menschenaffen: Die Minenarbeiten zerstören den Lebensraum der Tiere, und für die Fleischversorgung der Arbeiter werden die Gorillas im großen Stil gewildert.

Das seltene Mineralerz Coltan wird in Handys, Spielekonsolen und in Laptops verwendet. Pro Wildlife fordert, dass Elektronikproduzenten kein Coltan aus dem Kongo mehr verarbeiten, bis zuverlässige Umweltstandards Raubbau und Wilderei ebenso ausschließen wie eine Mitfinanzierung des Bürgerkriegs.

In den Bürgerkriegsregionen der Demokratischen Republik Kongo spielt sich neben dem humanitären auch ein ökologisches Desaster ab: Minenarbeiter bauen im Auftrag der verfeindeten Milizgruppen das Erz Columbit-Tantalit (kurz Coltan) ab – sogar in Rückzugsgebieten der bedrohten Grauer-Gorillas und Berggorillas. Um die Minenarbeiter im Kongo mit Fleisch zu versorgen, werden Wildtiere geschossen. Gorillas seien wegen ihrer Größe bei den Jägern besonders begehrt, so Pro Wildlife.

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Quelle: epo.de: Entwicklungspolitik online