Die verstärkte Nachfrage nach dem seltenen Roherz Coltan in der
Demokratischen Republik Kongo bedroht nach Berichten der
Artenschutzorganisation Pro Wildlife die letzten Rückzugsgebiete von
Gorillas. Pro Wildlife befürchtet verheerende Folgen für die
Menschenaffen: Die Minenarbeiten zerstören den Lebensraum der Tiere,
und für die Fleischversorgung der Arbeiter werden die Gorillas im
großen Stil gewildert.
Das seltene Mineralerz Coltan wird in Handys, Spielekonsolen und in Laptops verwendet. Pro Wildlife
fordert, dass Elektronikproduzenten kein Coltan aus dem Kongo mehr
verarbeiten, bis zuverlässige Umweltstandards Raubbau und Wilderei
ebenso ausschließen wie eine Mitfinanzierung des Bürgerkriegs.
In
den Bürgerkriegsregionen der Demokratischen Republik Kongo spielt sich
neben dem humanitären auch ein ökologisches Desaster ab: Minenarbeiter
bauen im Auftrag der verfeindeten Milizgruppen das Erz
Columbit-Tantalit (kurz Coltan) ab – sogar in Rückzugsgebieten der
bedrohten Grauer-Gorillas und Berggorillas. Um die Minenarbeiter im
Kongo mit Fleisch zu versorgen, werden Wildtiere geschossen. Gorillas
seien wegen ihrer Größe bei den Jägern besonders begehrt, so Pro
Wildlife.
Nachricht
23.12.2009
epo.de

