Zum Jahresende hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen eine
erschreckende Bilanz der schwersten humanitären Krisen 2009 gezogen.
Nach Angaben der Organisation werden immer mehr Menschen Opfer von
Konflikten. Besorgnis erregend sei aber auch, dass die Bereitstellung
lebensrettender Hilfe in Krisen häufig erschwert wird. Viele Menschen
würden nach wie vor Opfer unbeachteter Krankheiten.
Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen
wurde im abgelaufenen Jahr in Ländern wie Sri Lanka, Pakistan und dem
Sudan lebensrettender Hilfe für die Bevölkerung verweigert. In Ländern
wie Afghanistan, Jemen, Somalia und der Demokratischen Republik Kongo
schwinde der Respekt für die Sicherheit der Bevölkerung und die
neutrale humanitäre Arbeit, so dass auch Helfer gezielt angegriffen
wurden. Gleichzeitig hätten aber auch viele HIV/Aids-Patienten
Schwierigkeiten, Zugang zu lebensverlängernder Behandlung mit
Medikamenten zu erhalten.
"Es steht außer Frage, dass immer
mehr Menschen Opfer von Konflikten werden und gleichzeitig
lebensrettende Hilfe erschwert wird, oft absichtlich", sagte Christophe
Fournier, der internationale Präsident von Ärzte ohne Grenzen. "In
Ländern wie Sri Lanka und Jemen wurde Hilfsorganisationen der Zugang zu
den Bedürftigen verweigert, oder sie mussten das Land verlassen, da sie
in die Schusslinie geraten sind. Unsere Teams vor Ort sind Zeugen der
menschlichen Folgen dieser Krisen. Wir sind daher gezwungen und
verpflichtet, darüber zu sprechen", so Fournier.
Nachricht
22.12.2009
epo.de

