Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat zu mehr
Unterstützung für Binnenvertriebene aufgerufen. In einem am Donnerstag
in Genf veröffentlichten Sonderbericht weist das IKRK darauf hin, die
Mehrheit der durch einen bewaffneten Konflikt innerhalb ihres eigenen
Landes vertrieben Menschen suchten nicht in Lagern Zuflucht, sondern
fänden Aufnahme in Gemeinschaften oder Familien. Das Rote Kreuz schätzt
die Zahl der Binnenvertriebenen auf rund 26 Millionen.
Der Präsident des IKRK,
Jakob Kellenberger, bezeichnete die Vertreibung von Menschen als eine
der weltweit schwerwiegendsten humanitären Folgen bewaffneter Konflikte
und anderer Gewalt. Viele der Binnenvertriebenen seien extremen
Situationen ausgesetzt. Hierzu gehörten unmittelbare Angriffe,
Misshandlungen und sexuelle Übergriffe sowie der Verlust des Eigentums
und der Existenzgrundlagen. Darüber hinaus hätten viele ihre Häuser als
Folge von Verletzungen des humanitären Völkerrechts verlassen, die von
Konfliktparteien begangen worden seien.
"Meist denkt man
zunächst an Zelte und Lager, wenn man von Binnenvertriebenen spricht.
Der Bericht zeigt allerdings, dass riesige Lager wie dasjenige in
Gereida in der sudanesischen Region Darfur, in dem etwa 148.000
Menschen leben, nur ein Teil des Problems sind", erklärte Kellenberger.
Nachricht
12.11.2009
epo.de

