Die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (MDG) können nur erreicht werden, wenn auch Behinderte bei der Umsetzung von Maßnahmen berücksichtigt werden. Das hat die Christoffel-Blindenmission (CBM) aus Anlass des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember erklärt. Behinderte Menschen machten rund zehn Prozent der Weltbevölkerung aus. Sie würden bei den MDG aber bislang nicht explizit genannt.

"Als größte Organisation, die sich weltweit für Menschen mit Behinderungen einsetzt, fordern wir daher die UN-Generalversammlung bei ihrer Tagung am nächsten Donnerstag (3.12.) auf, eine Resolution anzunehmen, nach der endlich die Belange von Menschen mit Behinderungen bei den Millenniumszielen berücksichtigt werden müssen", erklärte CBM-Direktor Rainer Brockhaus. Ohne diese Einbeziehung könnten die ambitionierten Millenniumsziele nicht erreicht werden.

Dies werde bereits beim ersten Ziel deutlich, so Brockhaus. Armut und Hunger sollten bis zum Jahr 2015 halbiert werden. Nach Schätzungen der UN lebten weltweit rund 420 Millionen (82 Prozent) aller behinderten Menschen in Entwicklungsländern unter der Armutsgrenze. Zugleich hätten 20 Prozent aller in Armut lebenden Menschen eine Behinderung. Doch diese größte Minderheit werde bei den allgemeinen Programmen zur Bekämpfung von Armut kaum beachtet.

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Quelle: epo.de: Entwicklungspolitik online